Im Telefontraining befassen wir uns oft mit Änderungen unseres Verhaltens oder unserer inneren Einstellungen. Doch nicht jede Verhaltensänderung glückt auf Anhieb und allein durch den guten Willen. Manche Änderung tritt erst nach einer Phase der Konditionierung ein, in der wir das alte, unerwünschte Verhalten gegen ein neues, erwünschtes ersetzen. Konditionierung bedeutet, dass wir uns mithilfe eines Belohnungssystems erziehen, wie es aus der Verhaltenstherapie bekannt ist.
Bestimmt haben Sie schon einmal vom Pawlow’schen Hund oder der Pawlow’schen Glocke gehört. Der russische Physiologe entdeckte bei Experimenten, dass es möglich ist, angeborenes und erlerntes Verhalten an bestimmte Reize (Signale) zu koppeln. So koppelte er die Fütterung eines Hundes an das vorherige Erklingen eine Glocke. Nachdem dies mehrfach wiederholt worden war, sorgte der Glockenton beim Hund für eine Erwartungshaltung. Seine Speichelbildung erhöhte sich beim Erklingen der Glocke nachweislich – was zuvor nur beim Anblick des Futters geschah. Reiz und Reaktion wurden auf diese Weise konditioniert.
Nun sind wir Menschen und keine Hunde. Ein einfacher Glockenton reicht nicht aus, damit wir ein erwünschtes Verhalten zeigen. Der Weg kann mühsamer sein – unbegehbar ist er deshalb aber nicht! Wollen Sie selbst eine Verhaltensänderung durch Konditionierung bewirken, so müssen Sie wesentlich zwei Grundregeln beherzigen:
1. Benennen Sie Ihr Ziel so genau wie möglich. Formulieren Sie es positiv und halten Sie schriftlich fest, in welchen Etappen Sie es erreichen wollen.
2. Finden Sie positive Verstärker, also Belohnungen, von denen eine starke Reizwirkung ausgeht. Am besten geeignet sind Belohnungen, die ein Bedürfnis befriedigen. Das kann, muss aber kein körperliches Bedürfnis sein, auch soziale Anerkennung oder Geselligkeit sind Bedürfnisse.
Die Koppelung von Reiz und Reaktion sollte zeitlich möglichst eng erfolgen. Sie können das erwünschte Verhalten kontinuierlich verstärken, also nach jedem Erfolg eine Belohnung einsetzen. Das führt zu raschem Vorankommen, aber auch zu Misserfolgen, wenn die Belohnungen ausbleiben. Alternativ können Sie bestimmte Zeitintervalle festlegen oder eine Anzahl von Erfolgen, nach denen Sie sich belohnen. Für welches System Sie sich auch entscheiden – verdeutlichen Sie sich immer: Sie kämpfen nicht gegen, sondern für sich!
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg
Ihre
Simone Herzberg
Telefontraining aus Leidenschaft


